Was ist ein BESS?
BESS steht für Batterie-Energiespeichersystem. Dabei handelt es sich um eine Technologie, die elektrische Energie in Batterien speichert und dann bereitstellt, wenn sie am dringendsten benötigt wird. BESS-Anlagen können stark in Größe und Ausführung variieren – von kleinen Systemen für Privathaushalte bis hin zu großen industriellen Anlagen zur Unterstützung des Stromnetzes.
Bei SolRix konzentrieren wir uns auf großskalige BESS-Lösungen, die direkt an das Verteilnetz angeschlossen sind und in Abstimmung mit dem Übertragungsnetzbetreiber betrieben werden. Dadurch kann die gespeicherte Energie dort eingesetzt werden, wo sie die größte systemweite Wirkung entfaltet.
Die Hauptaufgabe eines BESS besteht darin, Angebot und Nachfrage von elektrischer Energie auszugleichen. Es speichert Energie in Zeiten eines Überschusses und gibt sie wieder ab, wenn die Nachfrage steigt oder wenn Maßnahmen zur Netzstabilisierung erforderlich sind, wodurch ein zuverlässiger und stabiler Betrieb des Stromsystems unterstützt wird.
Wie kann ein BESS eingesetzt werden?
Marktarbitrage: Effiziente Nutzung von Preisunterschieden
Eine der wichtigsten Anwendungen eines großskaligen BESS ist die Marktarbitrage — das Laden des Systems bei niedrigen Strompreisen und das Entladen bei hohen Preisen.
Die Strompreise schwanken im Tagesverlauf abhängig von Nachfrage, erneuerbarer Erzeugung und Systembedingungen. In Phasen niedriger Preise, die häufig durch hohe Wind- oder Solarstromproduktion verursacht werden, kann ein BESS Energie kostengünstig speichern. Steigen die Preise, wird die gespeicherte Energie wieder ins Netz eingespeist.
Beispiel:
In einer windreichen Nacht sinken die Strompreise aufgrund eines Überschusses an Windenergie. Das BESS lädt sich in diesen Stunden auf. Am nächsten Morgen, wenn die Nachfrage steigt, erhöhen sich die Preise und das BESS speist die Energie wieder ins Netz ein. Die Preisdifferenz stellt den durch Arbitrage geschaffenen Wert dar.
Neben dem finanziellen Nutzen trägt die Marktarbitrage zur Preisstabilisierung bei, reduziert die Belastung der Erzeugungsanlagen und verbessert die Gesamteffizienz des Stromnetzes.
Systemdienstleistungen: Unterstützung der Netzstabilität
Neben dem Energiehandel kann ein BESS Systemdienstleistungen für das Übertragungsnetz erbringen. In diesem Fall basiert die Vergütung auf der Bereitstellung von Leistungskapazität und der Fähigkeit zur schnellen Reaktion, nicht auf der tatsächlich gelieferten Energiemenge.
BESS-Anlagen können gleichzeitig an mehreren Reservemärkten teilnehmen, darunter FCR, aFRR und mFRR. Diese Dienstleistungen sind entscheidend für die Frequenzstabilität und den Echtzeitausgleich des Netzes. In Lettland sind diese Märkte seit Anfang 2025 für BESS geöffnet.
Obwohl die Erlöse aus Systemdienstleistungen weniger vorhersehbar sind, bieten sie erhebliche Chancen. Der Betrieb kann vollständig automatisiert über Energiemanagementsysteme erfolgen oder durch Betreiber überwacht werden, wodurch BESS zu einem schnellen, flexiblen und äußerst wertvollen Netzelement wird.
Warum BESS für moderne Stromsysteme wichtig ist
Da Stromsysteme zunehmend auf erneuerbare und volatile Energiequellen setzen, wird Flexibilität zu einem entscheidenden Faktor. Batterie-Energiespeichersysteme überbrücken die Lücke zwischen Erzeugung und Verbrauch, ermöglichen einen effizienten Energiehandel, schnelle Systemdienstleistungen und eine verbesserte Netzstabilität. Damit ist BESS ein zentraler Bestandteil moderner, kohlenstoffarmer Strominfrastrukturen.